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September 10, 2021

Kanada erlaubt vollständig geimpften Touristen die Einreise

Die kanadische Regierung hat beschlossen, dass vollständig geimpfte ausländische Touristen seit 7. September 2021 12:01 EDT (Eastern Daylight Time) wieder nach Kanada reisen dürfen. Vollständig geimpften US-Amerikanern ist das schon seit dem 9. August erlaubt.

Um nach Kanada einreisen zu können, müssen vollständig geimpfte Reisende allerdings eine Reihe von strengen Anforderungen erfüllen:

  • Sie müssen vollständig mit einem akzeptierten Impfstoff geimpft sein und das nachweisen.
  • Sie brauchen ein negatives Ergebnis eines molekularbiologischen COVID-19-Tests, das bei Antritt des Flugs nicht älter als 72 Stunden sein darf. Auch ein 14 bis 180 Tage altes positives Testergebnis ist gültig. Antigentests oder „Schnelltests“ werden nicht akzeptiert.
  • Sie dürfen bei der Einreise keine Symptome von COVID-19 haben.
  • Sie müssen die letzte Dosis der Impfung mindestens 14 Tage vor der Einreise erhalten haben.

Vor der Reise ist es vorgeschrieben, den Impfnachweis per App oder Website auf ArriveCAN hochzuladen.

 

Welche Impfstoffe werden akzeptiert?

Momentan (September 2021) werden nur vier Impfstoffe akzeptiert:

  • Pfizer-BioNTech
  • AstraZeneca/COVISHIELD
  • Janssen/Johnson & Johnson
  • Moderna

Der Nachweis dafür muss in englischer oder französischer Sprache vorliegen. Auch eine beglaubigte Übersetzung in diese Sprachen ist möglich.

Eine ganze anderer Impfstoffe werden (noch) nicht akzeptiert. Dazu gehören:

  • Bharat Biotech
  • Cansino
  • Gamalaya (Sputnik V)
  • Sinopharm
  • Sinovac
  • Vector Institute

Die Liste der zugelassenen Impfstoffe kann in Zukunft erweitert werden. Vor allem die Impfstoffe von Sinovac und Sinopharm sind in den wirtschaftlich wichtigen Ländern Ostasiens weit verbreitet.

 

Keine Quarantäne mehr nötig

Die gute Nachricht für alle Reisewilligen besteht darin, dass der Nachweis einer gültigen Impfung sie von der Quarantäne befreit. Sie brauchen sich auch nicht mehr testen zu lassen, es sei denn, sie werden für einen Stichprobentest ausgewählt. Vor dieser Regelung war es auch vorgeschrieben, sich am 8. Tag nach der Einreise noch einmal testen zu lassen. Auch das entfällt nun.

Nach dem Überschreiten der Grenze können sich die Reisenden frei in Kanada bewegen. Sie sollten allerdings den Impfnachweis immer bei sich haben. Außerdem müssen sie 14 Tage lang eine Liste mit ihren engen Kontakten und den besuchten Orten führen.

Alle diese Vorschriften sind in einem Merkblatt zusammengefasst, das man bei der Einreise bekommt. Auch die Gesundheitsmaßnahmen auf Bundes-, Provinz- und Gemeindeebene gelten natürlich auch für Touristen. Die wichtigste davon besteht im Tragen einer gut sitzenden Maske im öffentlichen Raum.

Wer an COVID-19 erkrankt, ist verpflichtet, sich unter der Nummer 1-833-641-0343 an die Gesundheitsbehörde zu wenden. Ausführliche und tagesaktuelle Informationen findet man auf der Webseite www.travel.gc.ca/travel-covid.

 

Der Ablauf am Flughafen

Wer von Europa aus nach Kanada reist, wird das meist mit dem Flugzeug tun. Der Ablauf bei der Ankunft am Flughafen ist relativ unkompliziert. Er besteht aus drei Schritten:

Schritt eins ist das Ausfüllen einer Karte zur Deklaration der wichtigsten Daten zu Ihrer Person, Ihrer Reise und den mitgebrachten Gegenständen noch vor der Landung. Alle, die nach Kanada reisen möchten, müssen diese Karte ausfüllen und sie danach mit dem Ausweis und den anderen Reisedokumenten aufbewahren.

Wer in Kanada nur zu einem anderen Flug umsteigt, findet dazu am Flughafen Hinweisschilder. Das Verfahren unterscheidet sich etwas je nach Reiseziel.

Schritt zwei besteht in der Meldung bei einem Kontrollpunkt der kanadischen Grenzbehörde CBSA. Bei der Ankunft am Terminal sieht man Hinweisschilder, wo sich dieser erste Kontrollpunkt befindet. Dort findet eine erste Inspektion statt. Ein Beamter prüft die Anmeldekarte, den Ausweis und die anderen Reisedokumente.

Einigen Reisenden kann es passieren, dass sie zu einer Kabine geleitet werden, wo man ihnen eine Reihe von Fragen stellt, etwa zum Einwanderungsstatus, zu den mitgebrachten Waren, zur Zollfreigrenze und anderes mehr.

Wer etwas zu verzollen hat (etwa Einkäufe oder Lebensmittel) muss an diesem Punkt die Beamten korrekt informieren. Nicht ordnungsgemäß angemeldete Waren oder solche, für die es in Kanada Beschränkungen gibt, werden normalerweise beschlagnahmt.

Wer nicht nur zu Reisezwecken, sondern auch zum Studium oder dienstlich nach Kanada kommt, wird möglicherweise weitere Unterlagen bereitstellen müssen. Wenn erforderlich, kann man dabei Sprachdienstleistungen in Anspruch nehmen.

Wer häufig nach Kanada reist, kann den Behörden durch ein Programm für vertrauenswürdige Reisende helfen. Das hat für diese Reisenden den Vorteil, dass sie etwas schneller abgefertigt werden und den zweiten Schritt bei der Ankunft am Flughafen meistens überspringen können.

Schritt drei besteht in der Gepäckabfertigung mit Meldung beim zweiten Kontrollpunkt der CBSA. An den meisten größeren Flughäfen kann man jetzt direkt Zollgebühren und andere Abgaben bezahlen, während man auf das Gepäck wartet.

Mit dem Gepäck begibt man sich zum Kontrollpunkt der CBSA und zeigt dort den Beamten die Deklarationskarte und die Quittung für Zölle und Abgaben.

Hier ist es möglich, dass Beamte einen zu einem Kontrollbereich weiterleiten, wo man zu Einzelheiten der Reise befragt wird. Auch das Gepäck kann hier noch einmal überprüft werden.

Alle diese Maßnahmen sollen dazu führen, die Einwohner Kanadas vor einer Verbreitung von COVID-19 zu schützen. Der Strenge dieser Maßnahmen ist es allerdings auch zu verdanken, dass es überhaupt möglich war, Kanada wieder für Touristen zu öffnen.

 

Begründung der Entscheidung

Die kanadische Regierung teilte in einer Pressemitteilung mit, dass die Epidemie in Kanada so gut unter Kontrolle sei, dass es möglich war, ausländischen Reisenden wieder die Einreise zu gestatten. Im Einzelnen lautete die Begründung:

„Bei jedem Schritt der schrittweisen Lockerung der kanadischen Grenzmaßnahmen wurden die Indikatoren für die öffentliche Gesundheit, die Einfuhr von Fällen an der Grenze und besorgniserregende Varianten unter den ankommenden Reisenden überwacht. So ist beispielsweise die Zahl der Reisenden in den letzten Monaten zwar gestiegen, die Positivitätsrate der Grenztests ist jedoch niedrig geblieben. Zwischen dem 9. und 26. August lag die Positivitätsrate bei vollständig geimpften Reisenden, die nach dem Zufallsprinzip für Tests an der Grenze ausgewählt wurden, bei 0,19 % (112 positive Tests von 58.878 abgeschlossenen Tests). Obwohl die Zahl der Fälle in Kanada derzeit zunimmt, bleiben der Schweregrad der Erkrankung und die Zahl der Krankenhausaufenthalte überschaubar, da die Impfraten in Kanada weiter steigen. Diese Daten und die kontinuierliche Einhaltung der öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen durch Kanadier und einreisende Reisende bedeuten, dass Kanada besser in der Lage ist, Infektionsausbrüche zu verhindern und nun mehr vollständig geimpfte Reisende einreisen lassen kann, ohne das Risiko für die Gesundheit und Sicherheit der Kanadier zu erhöhen.“

Im Vergleich zu Reisen vor COVID-19 muss man nun einige Formalitäten mehr auf sich nehmen. In der Praxis ist dieser Aufwand aber recht überschaubar und sollte niemanden von einer Reise nach Kanada abhalten.